HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN / FAQ’S

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN / FAQ’S

Was ist Hypnose/ medizinische Hypnose/ Hypnotherapie?

Hypnose ist ein traditionelles Verfahren, das in vielen Kulturen für Heilzwecke verwendet wird. Gleichzeitig ist es eine moderne Heilmethode, die wissenschaftlich gut untersucht ist. Klinische Hypnose/ Medizinische Hypnose/ Hypnotherapie wurde vor allem durch die innovativen Entwicklungen und Anwendungen des amerikanischen Psychiaters Milton H. Erickson erweitert und geht über das Stadium von Entspannungsinduktion und Suggestionsbehandlung weit hinaus. Moderne Hypnose gilt als ressourcenorientierter Ansatz, der es PatientInnen erlaubt, körperlichen Symptomen und psychischen Problemen mit positiven Erfahrungen und eigenen Bewältigungskompetenzen zu begegnen. Als erfahrungsorientierte Therapieform bezieht Hypnotherapie körperliche und seelische Prozesse ein und kann damit als Brücke zwischen Körper und Seele verstanden werden.

Hypnotische Trance

Die Induktion einer hypnotischen Trance beginnt mit der Anleitung, die Aufmerksamkeit zunehmend zu konzentrieren und nach innen zu richten. In der Trance nimmt die Patientin innere Bilder, Erinnerungen und Gefühle intensiver wahr. Gleichzeitig können störende Wahrnehmungen, z.B. Geräusche, oder unangenehme Empfindungen, leichter ausgeblendet werden. Es entsteht ein subjektiv veränderter Bewusstseinszustand, in dem das Individuum sich sowohl losgelöst von der Umgebung als auch auf besondere Art verbunden erleben kann. Dieser Bewusstseinszustand in der hypnotischen Trance ist mit deutlichen Veränderungen im Körper und Gehirn verbunden und kann von Schlaf und vom Alltagsbewusstsein unterschieden werden. Das therapeutische Potenzial der hypnotischen Trance offenbart sich z.B. darin, dass akute Schmerzen ausgeblendet werden können, so dass ein operativer Eingriff ohne Anästhetikum möglich ist.

Was ist Hypnose nicht?

Hypnose ist nicht Schlaf, sondern innere Aktivität bei äußerer Entspannung. Hypnose ist keine passiv empfangene Heilung durch Suggestionen des Hypnotiseurs, vielmehr arbeitet die Patientin in der Trance aktiv an den für sie wichtigen Themen. Das Unbewusste wird als Selbst-Anteil der Patientin gedacht. Unbewusste Veränderungen können demnach nicht von einer Hypnotherapeutin bestimmt, sondern von der Patientin im gemeinsamen therapeutischen Prozess entwickelt werden. Hypnose ist kein Mittel zur objektiven Wahrheitsfindung, weil im menschlichen Bewusstsein Erinnerung und Neubewertung von Erfahrungen vermischt werden. Die gefährlichen Manipulationen der Showhypnotiseure müssen klar unterschieden werden von der seriösen Hypnose, wie sie von approbierten PsychotherapeutInnen angewendet wird. Bühnenhypnose ist auf eine spektakuläre Show ausgerichtet, in der TeilnehmerInnen von einem machtorientierten Hypnotiseur entwürdigt werden. Dagegen bemüht sich eine Hypnotherapeutin, ihrer Patientin in der Trance unbewusste Unterstützungsmöglichkeiten zukommen zu lassen.

Bei welchen Problemen und Symptomen hilft Hypnose?

Hypnose ist bei vielen unterschiedlichen Krankheitsbildern eine nachgewiesen wirkungsvolle Heilmethode. Wissenschaftlich belegt ist die Anwendung bei folgenden Diagnosen:

Generalisierter Angst, spezifischer Angst (z.B. Angst vor dem Zahnarzt, Angst vor Prüfungen), Phobien (z.B. Angst vor Spinnen oder Spritzen)

Depressionen

Raucherentwöhnung

Essstörungen (z.B. Übergewicht)

Psychosomatischen Symptomen

Akuten und chronischen Schmerzen

Schlafstörungen

Sexuellen Problemen

Stottern und Redeangst

Rehabilitation nach Insult und Infarkt

Enuresis

Darüber hinaus gibt es Behandlungskonzepte für folgende weitere Diagnosen:

Panikstörungen

Zwänge

Dissoziative Störungen

Bulimie

Tinnitus

Bei welchen Problemen und Symptomen hilft Hypnose nicht?

Hypnose wird nicht angewendet bei PatientInnen, die unter einer akuten Psychose leiden, z.B. Wahnvorstellungen haben, oder die akut suchtmittelabhängig sind. PatientInnen, die generell instabil sind oder Schwierigkeiten haben, sich in der normalen Alltagswelt zurechtzufinden, profitieren mehr davon zu lernen, mit ihrer Lebenswelt umzugehen, anstatt sich in der Hypnose in eine innere Welt zurückzuziehen. Für PatientInnen, die Kontakte und Konflikte mit anderen Menschen vermeiden, ist es hilfreicher zu lernen, auf Menschen zuzugehen und sich auseinanderzusetzen, statt sich in der Hypnose auf sich selbst zu beziehen. Mittels Hypnose können ungewollt traumatische Erfahrungen aktiviert werden. Hypnose ist kein Instrument zur Wahrheitsfindung: Das Erleben in Trance ist immer subjektiv, wobei Erinnern und Neu-Konstruieren zusammenwirken. Hypnose hilft nicht, wenn PatientInnen mit unrealistischen Erwartungen in die Behandlung kommen, z.B. Heilung von Krankheiten, deren Behandlung durch die Medizin nicht möglich ist. Auch eine passive Erwartungshaltung von Seiten der PatientInnen spricht gegen den erfolgreichen Einsatz von Hypnose.

Wie läuft eine Hypnosesitzung ab?

Hypnotherapie setzt eine therapeutische Vertrauensbeziehung voraus. Ist dies gegeben, so erleben die meisten Menschen eine hypnotische Trance als etwas sehr Angenehmes.In der Einleitungsphase wird die Patientin angeleitet, die Aufmerksamkeit zu konzentrieren und nach Innen zu lenken, um einen Trancezustand zu erreichen. In der Behandlungsphase bietet die Therapeutin vielfältige Strategien an, die es der Patientin ermöglichen, auf einer unbewussten Ebene Veränderungsimpulse und Lösungsmöglichkeiten zu finden. Dies geschieht z.B. über das Erleben besonderer Erfahrungen oder einer neuen Verknüpfung von Gedanken und Erinnerungen. Nach jeder Trance erfolgt eine Reorientierung in die normale Alltagswelt.

Was geschieht mit mir in der Hypnose? Werde ich manipuliert/ fremdbestimmt? Bekomme ich mit, was passiert oder bin ich „weg“?

Eine Person in einer hypnotischen Trance ist, meist mit geschlossenen Augen, absorbiert in ihrem inneren Erleben. Dies bedeutet, sie ist mit ihren Bildern und Gefühlen beschäftigt (Regressiver Zustand) und nicht mit kritischen Gedanken darüber (Rationales Denken reduziert).In der Regel wird eine Trance bewusst erlebt. PatientInnen wissen nicht nur, was geschieht, sondern sie selbst gestalten aktiv ihre Trance. Dabei leitet die Therapeutin sie an, unbewusste, unwillkürliche Prozesse zuzulassen und zu verstehen. Während der Trance kann die Patienten sagen oder zeigen, was sie erlebt und was ihr wichtig ist, und damit Ausrichtung und Fortlauf der Trance mitbestimmen. Es entwickelt sich eine intensive kooperative Beziehung zwischen Therapeutin und Patientin.

(Dies ist ein wesentlicher Unterschied zur Show-Hypnose, wo der Hypnotiseur sich nicht für das Erleben und die Gedanken der TeilnehmerInnen interessiert, sondern für eine möglichst spektakuläre Darstellung).

Es ist auch möglich, dass die Patientin Teile der Trance vergisst. Wie bei anderen Psychotherapeutischen Verfahren erfolgt die Veränderungsarbeit von Seiten der PatientInnen. Ein Hypnotherapeut unterstützt den Patienten bei der Lösung seines Problems (aber er kann das Problem nicht für den Patienten lösen).

Was kostet eine Hypnosesitzung? Werden die Kosten von der Kasse übernommen?

Der Preis für die erste halbe Stunde des Erstgesprächs beträgt 45,00 €. Der weitere Stundensatz beläuft sich auf 110.00 €. Die Kosten hierfür werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei Zusatzversicherungen sind die vertraglichen Bedingungen im Einzelfall zu prüfen.

Mit wie vielen Sitzungen ist zu rechnen? Wie lange dauert eine Hypnosebehandlung?

Ein Symptom kann in wenigen Sitzungen verändert werden, es kann aber auch eine mehrmonatige Behandlung und Aufarbeitung sinnvoll sein. Wie viele Hypnosesitzungen notwendig sind und über welchen Zeitraum sich eine Behandlung erstreckt, ist abhängig von:

– Der Patientin, ihren individuellen Stärken und Fähigkeiten und ihrer Lebenssituation, z.B. sind sämtliche Voraussetzungen für einen Neubeginn gegeben oder besteht aktuell eine Krisensituation

– Dem Behandlungsziel, z.B. soll eine Angewohnheit wie Nägelkauen aufgegeben werden oder gibt es eine Reihe von vielschichtigen Zielen wie Depression überwinden, Migräne bewältigen, Partnerschaftsprobleme lösen

– Der Komplexität und Dauer eines Symptoms oder Problems, z.B. einfache Examensangst im Gegensatz zu chronischen Schmerzen auf dem Hintergrund von Überanpassung und Selbstausbeutung

Auch die Dauer der einzelnen Hypnosesitzungen und der Abstand zwischen den Behandlungen werden individuell vereinbart. Üblich sind Sitzungseinheiten von 60 bis 120 Minuten. Zwischen den Sitzungen können ein- bis mehrwöchige Abstände liegen.

Viele PatientInnen erwarten, dass Ihnen mit einer einzigen oder ganz wenigen Hypnosesitzungen geholfen wird. Dies kann unter optimalen Bedingungen vorkommen, allerdings können Symptome auch eine unbewusste Funktion oder Bedeutung haben, so dass ein längerer Behandlungsprozess erforderlich ist.

Kann ich mich mit Hilfe von Hypnose an vergangene und verdrängte Kindheitserlebnisse erinnern? Kann ich mit Hilfe von Hypnose verlorene Gegenstände wieder finden?

In einer hypnotischen Trance ist es möglich, sich auf detailliertere und intensivere Art an vergangene Erlebnisse und Ereignisse zu erinnern, als dies im Alltagsbewusstsein geschieht. Es ist jedoch nicht vorhersehbar, welche Informationen ins Zentrum der Aufmerksamkeit kommen und ob bestimmte gewünschte Inhalte erinnert werden. Darüber hinaus sind in einer Hypnosesitzung erfahrene „Erinnerungen“ keine Tatsachen, sondern eine Mischung aus tatsächlich Erlebtem und Hinzugedachtem, weil im menschlichen Gehirn Prozesse des Erinnerns und der Neu-Konstruktion gleichzeitig geschehen. Deshalb werden in den USA, z.B. bei Gerichtsprozessen wegen sexuellen Übergriffen, Ergebnisse aus Hypnosesitzungen als Beweismittel nicht anerkannt.

 

Weitere Informationen unter https://hypnose.de